Vergangene News -

Ich habe nicht gesucht - Kurzartikel vom 20.10.2011

Wann fängt ein Mensch gewöhnlich an, nach etwas zu suchen? Man könnte sagen, wenn ihm etwas fehlt. Was ich habe, das ist mir vielleicht mehr bewusst, als das was ich nicht habe. Womöglich fällt es mir gar nicht auf, dass mir etwas in meinem Leben fehlt.

Hier kommt der Begriff der Sehnsucht ins Spiel.

Was verstehen Sie unter Sehnsucht, wann haben Sie das letzte Mal sehnsüchtig nach etwas Ausschau gehalten oder hat Sie Sehnsucht schon einmal fast vollständig verzehrt?

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch eine ganz bestimmte Sehnsucht in sich trägt; vielleicht auch viele Jahre ganz unbemerkt. Und irgendwann stellt sie sich ein. Und dann möchte man ihr nachgehen.

Die Seelsorge bietet ihre mögliche Unterstützung an, der Sehnsucht an sich auf den Grund zu gehen, nach deren Ursprung zu schauen und Wege aufzuzeigen, sie erlangen zu können. Gerne unterstütze ich Sie auf diesem Weg.

Es grüßt Sie recht herzlich
Wolfgang M. Ullmann

 

 

Zeit für ... - Kurzartikel vom 25.04.2011

 

„Da muss ich mal in meinen Terminkalender nachsehen, ob ich Zeit habe.“ Solch einen Satz hören und sagen wir selbst fast täglich. Zeit ist kostbar geworden und die Redewendung »Zeit ist Geld« ist in aller Munde. Nun ja, wir alle müssen mit dem gleichen 24-Stunden-Kontingent am Tag auskommen. Und Zeitfresser gibt es viele. Ob Arbeit, Ehrenamt, Haushalt, Sport, Hobby…

Machen wir uns manchmal Gedanken, wie wir unsere Zeit eigentlich sinnvoll nutzen können? Angeblich sitzt der durchschnittliche Bundesbürger 210 Minuten täglich vor dem Fernseher. Anscheinend reicht uns die Zeit dafür aber noch aus. Soziale Netzwerke wie Facebook, studiVZ und Co. ringen u.a. den jüngeren Gesellschaftsmitgliedern mehr und mehr Zeit ab.

Sind wir glücklich, wie wir unsere Zeit verbringen? Können wir unsere Zeit auch wirklich so frei gestalten, dass sie uns gut tut oder zwängen uns Überstunden in ein Korsett, um dem Chef zu zeigen, dass ich der Beste für die Abteilungsleitung bin?

Solange es uns gut geht, wie wir unsere Zeit verbringen, dann ist das doch wunderbar. Was aber, wenn wir nichts mehr schaffen und nur noch von Termin zu Termin hetzen, keine Sekunde mehr für das richtig Wichtige finden und uns nicht mehr erholen können? Es macht und letztlich schlicht und einfach krank. Dann sollten wir lernen, unsere Zeit so einzuteilen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dabei geht es darum, unseren Tagesablauf optimal zu strukturieren und Prioritäten zu setzen. Meine Arbeitszeit kann ich nicht verringern, aber das übrige Zeitkontingent habe ich zur freien Verfügung und kann entscheiden, wie viel davon ich meiner Familie, meinen Hobbys, Freunden oder Gott widme.

Ich kann mir diese stillen Momente aussuchen, in denen ich mit Gott spreche, mich in eine Kirche setze oder in der Bibel lese. Ich muss manchmal einfach inne halten und in mich gehen, um mir klar zu werden, was wirklich wichtig ist und Vorrang in meinem Leben hat. Das kann ich ganz alleine festlegen und so zu meiner inneren Balance gelangen.

Und wenn wir es nicht in den sechs Tagen schaffen, können wir uns am siebten Tag der Woche ganz stark erinnern, dass da sogar Gott einmal Pause gemacht hat. Das kann uns zum Vorbild dienen, diese 24 Stunden entsprechend zu gestalten. Gott hat schon gewusst, warum er zu uns gesagt hat, dass wir uns an einem Tag erholen, zur Ruhe kommen und Zeit für ihn, für uns und füreinander haben sollen.


Es grüßt Sie recht herzlich

Wolfgang M. Ullmann

 

Wenn Manager beten - Kurzartikel vom 24.10.2010

 

Leben heißt Weiterentwickeln. In diesen Prozess ist unmittelbar die betroffene Person integriert. Sie steuert sich quasi von Station zu Station. Und so macht es einen oft stolz, vieles aus eigener Kraft geschafft zu haben, um dort zu sein, wo man gerade ist.
Arbeiten, Managen, Führen, das alles sind im weitesten Sinne soziale Interaktionen, die nicht im menschenleeren Raum stattfinden, sondern im direkten oder auch entfernteren Kontakt mit Kollegen, Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden etc. ablaufen.

In jeder Biografie steckt eine Vielzahl von diesen menschlichen Interaktionen, in denen man gesprochen, verhandelt, sich aneinander gerieben, diskutiert hat, verzweifelt oder wütend wurde – kurzum in denen man Erfahrung gesammelt hat um seine Persönlichkeit zu manifestieren und letztlich seinen Weg zu gehen. Oftmals erscheinen diese Wege, nicht nur Managern, steinig und hart zu sein. Ehrgeiz und Hartnäckigkeit sind Resilienzfaktoren, die Menschen einen starken Rücken verleihen.

Wenn man sich aber nicht nur auf sich selbst oder gute Berater und Begleiter in seiner Karriere verlassen will, greifen Christen auf ein wirkungsvolles Instrument zurück. Auch wenn die Wirkung des Betens sich nicht wissenschaftlich untersuchen lässt, bleibt festzustellen, dass Menschen, die beten, eine besonders intensive, spirituelle Beziehung zwischen sich und ihrem Gott aufbauen können.

Um diese tiefgehende Beziehung zu erhalten, bedarf es einer Zeit an Vertrauen, Liebe, des Wartens und Zuhörens. In dieser Symbiose können sich Kräfte entfalten, die jede nachweisbare Vernunft übersteigen. Beten oder sagen wir Gespräche mit Gott, erzeugen eine wegweisende Richtung für den jeweils Involvierten, die von einer Bestimmtheit und Sicherheit getragen werden.

Äußerlich eine solche Beziehung zu beschreiben scheint mühsam zu sein, da letztlich der Faktor dessen, der den Geist dieses Konglomerates, wenn man dies so umschreiben darf, auszeichnet, nur vom Individuum in seiner ganzen Tragweite ausgemacht werden kann. Letztlich hat sich gezeigt, dass Beten eine Kommunikationsform für jede und jeden sein kann, mit ihrer gesamten innewohnenden Kraft.       
 
Es grüßt Sie Wolfgang M. Ullmann

 

 

Träumen und Leben - Kurzartikel vom 06.07.2010

 
Träume sind nicht nur etwas für Kinder; der Traum vom Erwachsensein, der wohlbekannte Astronaut oder Lokomotivführer. Nein, Träume finden sich bei vielen Erwachsenen ebenso. Das wäre beispielsweise der Traum von einem wunderbaren und erfüllten Beruf, der Wunsch nach einem eigenen schönen Haus oder die Sehnsucht nach einer Partnerin/einem Partner, mit der bzw. mit dem man sein Leben teilen möchte.

Träumen hält jede Biografie in Schwung und gibt ihr eine Richtung. Träume zielen in so unterschiedliche Richtungen, dass ich sie hier nicht im Geringsten aufzählen könnte. Sie sind Ausdruck jedes einzelnen Menschen gepaart mit seinen Erfahrungen, seiner Lebensgeschichte und all dem, was ihn von der Vergangenheit bis zum heutigen Tag geprägt hat und ihn als Person ausmacht.

Oftmals blitzen Träume auf wie Sternschnuppen am Himmel. Wunderbar, fantastisch, aber dann gehen sie im Alltag wieder unter und verblassen. Sie verblassen dann, wenn ich mir denke, dass ich diesen Traum wahrscheinlich sowieso niemals erreiche und ich meine, es wäre viel zu aufwändig, mich an die Realisierung eines bestimmten Vorhabens zu machen.

Nicht jeder Traum muss umgesetzt und erlebt werden, manchmal sind die Träume, die nur in Gedanken gehalten werden, viel wunderbarer, als wenn sie realisiert werden würden. Jedoch gibt es jene Träume, die in Ihren Gedanken anklopfen und zu Ihnen sagen, dass Sie sich bemühen und eifrig sein sollen, um das zunächst unglaublich zu erreichend scheinende zu beginnen. Solche Träume öffnen Ihnen die Wege in das Leben, das Sie führen sollen, und das Sinn sowie Zufriedenheit bereithält. Welche Träume das für Sie sind, können Sie herausfinden, wenn Sie in sich gehen.

Es grüßt Sie Wolfgang M. Ullmann

Die Stille hören - Kurzartikel vom 14.04.2010

Die Stille hören 

- Kurzartikel vom 14.04.2010

Etwas allzu Gewöhnliches als Kunst anzusehen, erscheint mir manchmal eine besondere Herausforderung zu sein. Gönnen Sich sich doch einmal diesen Luxus, die Stille zu hören. Gibt es in Ihrem Umfeld überhaupt die Möglichkeit, Ihren Ohren das Gefühl vermitteln zu können, keine Laute wahrnehmen zu müssen?

Wenn wir uns nicht gerade in einem schallgeschützten Raum aufhalten, haben wir kaum die Chance, absolute Stille auf uns wirken zu lassen. Und wahrscheinlich würden wir eine solche Tatsache als befremdend empfinden.

Der alltägliche Lärm um uns herum ist zu unserem ständigen Begleiter geworden. Das Radio am Morgen, das Rumpeln der Nachbarn von nebenan, die Geräusche des Straßenverkehrs, die unzähligen Gespräche, die man tagsüber selbst führt oder mitanhören darf oder muss usw. Und wenn wir zum Stressabbau in den Wald zum Joggen gehen, ist der MP3-Player unser treuer Gefährte. Die wohltuende Atmosphäre der Natur schließen wir also aus und laufen quasi wie in einer Parallelwelt darin hindurch.

Lärm und ständige Beschallung durch Geräusche verursacht Stress und ist für diverse psychosomatische Krankheiten verantwortlich - es liegt an uns, darauf zu achten, welche Geräuschquellen wir zulassen und mit welchen wir uns in der wichtigen uns zur Verfügung stehenden freien Zeit außerhalb der Arbeit umgeben. Auch hier biete ich Ihnen, in Anlehnung an den letzten Artikel an, Ihren gesunden Menschenverstand zu hinterfragen, was Ihnen gut tut und welches Maß für Sie nützlich ist.      

Es grüßt Sie herzlich Wolfgang M. Ullmann

 

 

Entwicklung - zurück oder doch lieber vorwärts? - Kurzartikel vom 16.01.2010

Sie wissen es - nichts bleibt so wie es ist. Wir bekommen es tagtäglich vor Augen geführt, wie sich beispielsweise die technische Dimension in unserem Leben in ständig kürzeren Intervallen zu überholen droht. Es stellt sich die Frage, wo bringt uns all das rasante Entwicklungsvermögen hin?

Was brauchen wir tatsächlich und benötigen wir einen Tablet-PC womöglich als dritten Computer zuhause, damit wir uns noch mehr als sowieso schon entertainen können? Oder ist der ganze Technik-Schnick-Schnack für die immer größere Gruppe von Singles gedacht, die sich in ihre Einsamkeit hineinstürzen und am sozialen Gesellschaftsleben noch weiter vorbeifahren?

Wir müssen heute mehr denn je darauf achten, in welche Richtung wir uns entwickeln. Ist es notwendiger, an allen Flughäfen der Welt die neuen Ganzkörperscanner teuer einzukaufen oder lieber das Vermögen für die Menschen einzusetzen, die in den Kathastrophengebieten in der ganzen Welt nichts weiter als ihr nacktes Leben retten konnten? Wir können auch Millionen von Euro für kurzfristig und unerprobten Impfstoff ausgeben, für den es keinen Bedarf gibt oder wir können eine weit aus gößere Gruppe von Bevorzugten an dem Geld teilhaben lassen, damit Bildung und Aufklärung in den armen Ländern der Welt geleistet werden kann. 

Jeder Mensch ist für seine Entwicklung verantwortlich und entscheidet sich, wohin er geht. Zurück oder vorwärts. Was ist aber der richtige Weg? Hier meldet sich der so oft vernachlässigte "gesunde Menschenverstand" zu Wort, der jedem Menschen inne wohnt und aufzeigen kann, wie man ein Leben ohne Gier, Macht, Neid und Hass leben kann. Vielleicht ist er auch so etwas, wie ein Urinstinkt, der uns angeboren ist und um den man sich nicht mehr allzu viel kümmert. Legen Sie diesen "Verstand" in sich frei und erfahren Sie, welche Richtung Sie Ihrem Leben dank ihm geben können.

Es grüßt Sie herzlich Wolfgang M. Ullmann

 

 

 

Einfach mal nix - Kurzartikel vom 24.10.2009

 

"... jetzt schon?", werden Sie sich vielleicht fragen. Die hektische Zeit vor Weihnachten bricht doch erst noch herein. Und in der Tat brauchen wir von Zeit zu Zeit diese Inseln der Ruhe, die wir im Allgemeinen umfahren. Warum? Weil wir keine Zeit haben. Ständigem Termindruck ausgesetzt sind. Das Gleichgewicht zwischen Beruf und "restlichen Leben" verloren haben.

Um in der persönlichen Weiterentwicklung voranzukommen, brauchen Sie exakt diese Pausenzeiten, in denen Sie wieder zu sich kommen können. So haben Sie schließlich Zeit, all Ihre Erfahrungen und Eindrücke aufzuarbeiten. 

Wenn Sie sich nie Zeiten der Ruhe und des Ausspannens gönnen, könnte es sein, dass Sie länger auf der Stelle treten. Bauen Sie diese Zeitpolster in Ihren Alltag bzw. in die Wochenendtage ein, um die persönliche Reflexion zu ermöglichen und zuzulassen.

Es mag paradox klingen, aber gerade in dieser Ruhephase, in der Sie gedanklich experimentieren und Geschehenes abgleichen, entwickeln Sie Ihre Persönlichkeit weiter. So erfahren Sie in den Relaxphasen eine unvorstellbar positive Dynamik. Heraklit wusste, von was er sprach, als er sagte, dass alles im Fluss sei. Man muss nur wissen wie man diesen Fluss am Fließen hält.   

Es grüßt Sie herzlich Wolfgang M. Ullmann

Mehr über das Thema Persönlichkeitsentwicklung erfahren Sie unter www.wolfgangullmann.de.

 

 

Glücklich oder zufrieden? - Artikel vom 22.06.2009

 

Ich habe Ihnen vor einiger Zeit die Überlegung mit auf den Weg gegeben, woran Sie ausmachen können, wann Sie zufrieden sind. Derzeit können Sie überall Bücher rund um das Thema "Glück" kaufen. Fast jedes größere Verlagshaus hat momentan einen solchen Titel in seinem Portfolio. Und, diese Bücher lassen sich wirklich sehr gut verkaufen.

Glück scheint ein Zustand zu sein, den es zu erreichen gilt, um das eigene Dasein lebenswert zu machen. Glücklich kann man relativ schnell sein. Beispielsweise, wenn ich einen neuen Job gefunden habe, mir ein neues Haus kaufen konnte oder am vergangenen Wochenende eine neue Liebe gefunden habe. Glück erscheint mir in seiner Ausstrahlung und Wirkung aber als zu sehr punktuell und vergänglich.

Um einen lebenswerten Zustand zu erhalten, benötigt man eine dauerhafte sinnuntermauerte Basis, auf die man sich stützen kann, auch oder gerade wenn schwierige Ereignisse und Begebenheiten auf einen zustürzen. In dieser Nachhaltigkeit kristallisiert sich ein Konstrukt heraus, das die geforderte Ausdauer und Standhaftigkeit besitzt: die Zufriedenheit. Wie das Wort an sich schon verrät, beinhaltet es die Wurzel "Frieden". Im Fokus auf die jeweilige Persönlichkeit in ihrer Weiterentwicklung betrachtet, gilt es nun, einen dauerhaft glücklichen Zustand zu erreichen, der das Potenzial besitzt, ausgebaut und gefestigt zu werden.

Das ist ein Prozess, der sich meist über Jahre oder teils auch über Jahrzehnte erstrecken kann. Das Grundprinzip oder der berühmte "First step" als Ausgangsbasis bildet das Instrument der Reflexion bzw. der Selbstreflexion. Es bildet die Fähigkeit heraus, die eigene Person in ihren jeweiligen, individuellen Lebenskontext auf eine Metaebene zu stellen, um sich selbst in Gänze betrachten und kennenlernen zu können. Auch wenn dies zunächst seltsam klingen mag, sollten Sie sich der Erfahrung stellen, um den "ersten Schritt" zu gehen, um später mit den erhaltenen Erkenntnissen die nächsten Schritte anzuschließen. 

Es grüßt Sie herzlich Wolfgang M. Ullmann

Mehr über dieses Thema erfahren Sie unter www.wolfgangullmann.de.

 

 

Neu anfangen – Artikel vom 10.04.2009

 

Die Überschrift dieses Artikels soll auf jeden Fall einen positiven ersten Gedanken erzeugen. Dem vorausgegangen ist ein Video einer Befragung von Personen, die über die Bedeutung von Ostern angesprochen wurden und das ich durch Zufall im Internet entdeckte.

Nun ja, wir haben Ostern und so eignet sich der Zeitpunkt, ein wenig inne zu halten und den eigenen (momentanen) Lebensweg zu überdenken. Über die Osterzeit ereignet sich das, was Christen als das zentrale Moment ihres Glaubens verstehen. Der Sohn Gottes gibt sich und damit sein eigenes Leben für die Menschheit hin und stirbt seinen Tod am Kreuz. Nun gut, es mag vielleicht vor 2000 Jahren öfters passiert sein, dass jemand gekreuzigt wurde, doch der Unterschied bei Jesus von Nazareth ist der, dass er am dritten Tag auferstanden ist und somit der Welt gezeigt hat, dass er kein Blender ist, sondern die Welt und damit jeden einzelnen Menschen vor dem Tod gerettet hat.

Wie auch immer Sie zu diesem Glauben stehen, Ostern jedenfalls steht für einen Neubeginn und eine ganz bestimmte Hoffnung. Lassen Sie mich nun dieses Ereignis auf die Persönlichkeitsentwicklung beziehen.

Haben Sie sich schon einmal gedacht, dass es wunderbar wäre, die Zeit ein wenig zurückzudrehen? Vielleicht in die eigene Jugendzeit oder noch früher in die Kindheit? Oder beispielsweise in die Zeit der Entscheidung, welche berufliche Ausbildung Sie machen wollten?

Eventuell hätten Sie aus heutiger Sicht manche Dinge anders gemacht. Bestenfalls jedoch würden Sie genau jetzt sagen: „Nein, ich bin glücklich, so wie es ist und auf diesem Weg will ich bleiben!“ Wenn dem so ist, beglückwünsche ich Sie recht herzlich. Wenn Sie eher denken: „Naja, das ein oder andere könnte schon anders bei mir laufen“, dann setzen Sie hinter diesen Satz einen Schlussstrich unter das Bisherige und beginnen Sie neu.

Das klingt natürlich leichter, als es ist. Zunächst sollten Sie eine Bilanz ziehen und reflektieren, an welchem Punkt Sie momentan stehen. Sie werden im nächsten Schritt analysieren, welche Möglichkeiten Sie persönlich haben, um Ihre Weiterentwicklung tatkräftig voranzubringen und welche Faktoren dem entgegenstehen. Machen Sie sich nicht verrückt, dass Sie die Vergangenheit nicht zurückdrehen können, sondern richten Sie Ihren Fokus auf die Gegenwart und die kommende Zukunft. Übrigens, der oben angesprochene christliche Glaube kann Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Vergangenheit große Dienste erweisen. Wenn Sie mögen, befassen Sie sich damit einmal genauer.

Oft erlebe ich, dass sich Menschen selbst davon abhalten, sich weiterzuentwickeln um dahin zu kommen, wohin sie es sich wünschen. Weshalb? Ich denke, dass oft der Trott, der sich mit den Jahren eingenistet hat, diese Personen daran hindert, neue Pläne zu schmieden, umzusetzen und aktiv zu werden. Gewohnheit ist in diesem Kontext ein wahrer Gegner, der vorgaukelt, dass alles seine Richtigkeit und Ordnung habe und man nicht davon ausbrechen müsse. Gewohnheit gibt ein gewisses Maß an Sicherheit; aber nur darin zu verweilen, wird einem Leben nicht gerecht, das sich jeden Tag weiterentwickeln möchte. Als nächsten Schritt sollten Sie sich Ihrer Ressourcen bzw. Ihrer Potenziale bewusst werden, um die Ziele zu erreichen, die Sie sich mit Ihrem Neuanfang gesetzt haben.

Dieses Vorgehen gliedert sich in zwei Schritte, wobei ich Ihnen zunächst nur den ersten ans Herz legen möchte. Eine Veränderung beginnt in Ihren Gedanken und lässt sich so am besten mit der eigenen Vorstellungskraft entwickeln und durchspielen. Nachdem Sie dieses Stadium durchlaufen haben werden Sie in die aktive tatkräftige Rolle überwechseln, um diese Pläne anzugehen und in die Tat umzusetzen. Beginnen Sie aber wirklich erst einmal mit dieser gedanklichen Arbeit.

Wolfgang M. Ullmann

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Weshalb Liebe? – Artikel vom 25.02.2009

 

Einige Tage habe ich Sie nun mit Ihren Gedanken alleine gelassen, welchen Einfluss „Liebe“ auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung haben kann.

Am diesjährigen Valentinstag hatte ich die Ehre als Laudator eine sehr interessante Ausstellung von zwei wirklich begabten Künstlern zu eröffnen. Was lag näher, als einen unmittelbaren Bezug zum gegenwärtigen Tag herzustellen?

Als Quintessenz könnte ich sagen, dass im Grunde all das menschliche Tun, Wirken und Arbeiten unter den Einfluss von Liebe gestellt werden sollte. Zufrieden werden Sie sein, wenn Sie abends von Ihrer Arbeitsstelle nachhause kommen und Ihrem Partner erzählen können, was Sie den Tag über geleistet und bewirkt haben – und das mit einem Lächeln auf den Lippen und mit stolzer Mimik. Anstatt von Liebe könnte ich hier auch von Begeisterung sprechen, die anspornt, Aufgaben gerne und erfolgreich zu erledigen.

In der Rede nahm ich einen Vers mit auf, den ich schon vor etlichen Jahren einmal aufgeschrieben habe: „Die Liebe ist wie eine Traube, die wachsen, reifen muss, gegoren wird und langsam zu süßem, vollmundigem Wein gedeiht.“
Liebe versteht sich unter diesem Gesichtspunkt als ein Prozess, der relativ klein und unsichtbar beginnt und der sich nach Wochen, Monaten, Jahren oder noch weitaus länger stetig verbessert.

Jede Persönlichkeit reift und entwickelt sich fortwährend weiter. Neueste Ergebnisse aus der Hirnforschung untermauern diese These; selbst im hohen Alter besteht die Fähigkeit, wenn auch entsprechend im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen nicht konkurrenzfähig, zu lernen. Ob das eine neue Fremdsprache ist oder der fortlaufenden Reflexion dient, die Erfahrung mit der sich ständig ändernden Umwelt abzugleichen und dazuzulernen.

Liebe in die eigene Person zu integrieren mag sich anfangs vielleicht komisch und fremd anfühlen. Ebenso hat diese Art der Liebe wenig mit irgendwelchen Formen von Narzissmus zu tun, als vielmehr die gesunde und positive Bestärkung für die eigene Person mit den Tätigkeiten und Fähigkeiten, die diese Person auszeichnet.

Es ist keine Seltenheit, dass durch negative Lernerfahrungen in der Sozialisation und Erziehung diese Komponente nie eine Rolle gespielt hat und diese Menschen erst Schritt für Schritt lernen müssen, diese Liebe zu sich selbst aufzubauen und sie in ihr Selbstkonzept zu übernehmen.

Im Rahmen der Selbstreflexion bietet dieser Ansatz die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit im positiven Fluss zu halten und die Wechselwirkungen mit der nächsten Umwelt entsprechend wahrzunehmen.

Wolfgang M. Ullmann

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Wieder ein neues Jahr - Artikel vom 02.01.2009

Ein Händeschütteln und Beglückwünschen, dass das neue Jahr möglichst erfolgreich werde, schließt an den Silvestertag an. Wie ein unbeschriebenes Blatt liegt dieses frische Jahr vor uns. Einfach weiß, so wie der unbeschriebene Platz auf dieser Seite.

 

 

 

 

Und im Grunde ist dieses Weiß-Sein etwas wunderbares. Es hat seinen eigenen Zauber. Es erzählt nichts und fragt nichts. Und obwohl noch nichts geschrieben ist, wird der Geist angeregt nachzudenken, über all das, was in absehbarer Zeit dort stehen mag. Eine weitreichende und verantwortungsvolle Aufgabe. Ich schenke Ihnen diesen unbeschriebenen Platz - er gehört Ihren Gedanken, Ideen, Zielen und Visionen. So wünsche ich Ihnen ein wunderbar zu beschreibendes Jahr und zwischendurch das Innehalten und die Zeit für die Reisen Ihrer Gedanken.

Wolfgang M. Ullmann

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Weihnachten und Stress - passt das zusammen? Artikel vom 19.11.2008

 

Anfang November diesen Monats sagte mir ein Bekannter ganz glücklich, dass er schon alle Geschenke für Weihnachten zusammen hätte und froh wäre, es schon „geschafft“ zu haben. Weihnachten erinnert hierbei an einen Termin, den Sie ihm Auge haben und bis dahin entsprechende Aufgaben zu erfüllen haben. Je gründlicher Sie die Vorbereitung in Angriff nehmen, desto entspannter werden Sie dem Tag der Präsentation oder des Meetings, gelassen entgegen gehen. Dafür würde sich der, meiner Meinung nach abgenutzte Begriff des Zeitmanagements, hervorragend eignen, um die täglichen Aufgaben, die wissentlich aber auch unverhofft herein treffen, mit System anzugehen und zu bearbeiten.

Wie jongliere ich also mit meiner Zeit? Wie finde ich auch während des Arbeitsalltags die Balance, um meine Aufgaben, wie so oft gefordert, just in time zu erledigen.

Zunächst findet sich die Antwort in einer Portion gesundem Selbstvertrauen wieder. Das beinhaltet das Wissen um die eigenen Stärken und Schwächen. Jede und jeder weiß um die eigenen Fähigkeiten und die persönlichen Herangehensweisen, um Probleme zu lösen, Aufgaben zu bewältigen, oder Anderes zu managen.

Machen Sie sich diese persönlichen Eigenschaften zunutze und verinnerlichen Sie Ihr Selbstkonzept. Es ist nicht entscheidend, dass sie wissen, welche Instrumente und Listen anzuwenden sind, um ein Schreibtischchaos zu beseitigen. Vielmehr wichtig ist der Punkt, dass Sie wissen, wie Sie beispielsweise das eben angesprochene Chaos mit Ihrem Stil beheben können.

Manches mag Anderen vielleicht komisch vorkommen – z.B. alle Weihnachtsgeschenke bereits zwei Monate früher als notwendig besorgt zu haben. Dennoch zählt allein Ihre persönliche Bewältigungsstrategie, wenn es darum geht, auf ein Ziel hinzuarbeiten.

Das Ziel muss dabei allerdings vor Augen sein; wenn sie angesichts großer Stapel Arbeitsmappen am Schreibtisch nicht die Absicht verfolgen, dem Abhilfe zu schaffen, werden Sie es letztlich auch nur schwer erreichen können, da Sie Ihre Priorität auf einen anderen Schwerpunkt gelegt haben.

Setzen Sie sich Ziele und lernen Sie an Ihrer Erfahrung, welche Strategien Sie benötigen, um dorthin zu gelangen. Sie müssen sich dabei nicht an anderen orientieren, können es aber, wenn Sie sich die Techniken von Kollegen oder Freunden etc. zum Selbstabgleich aneignen und mit Ihrem Persönlichkeitspool abgleichen möchten.

Den Weg zum Erreichen Ihrer Ziele können Sie entsprechend selbst bestimmen. Ebenso sind Sie verantwortlich für Pausen, Umwege, Verpflegung, Fortbewegungsmittel etc. Insofern beherbergt jedes Ziel eine spannende Vorbereitung und Hinführung, die auch immer wieder variabel eingesetzt werden kann.

Auf diese Weise können Sie Ihre ersten Erfahrungen mit dem kommenden Weihnachtsfest sammeln und sich entsprechend darauf vorbereiten, um die Tage dann letztlich so zu verbringen, wie sie gedacht sind: froh, entspannt und glücklich.

Wolfgang M. Ullmann

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Die gewissen kleinen Gespräche - Artikel vom 24.09.2008

Diese Gespräche sind derzeit auf der Trendskala weit oben. Früher wurde Small Talk als oberflächlich und Zeit vergeudend angesehen, doch heute schenkt man den kleinen Plaudereien wesentlich mehr Beachtung.

Aufbauend auf den immer so schön geforderten sozialen Kompetenzen, die für ein erfolgreiches Berufs- wie auch Privatleben unentbehrlich geworden sind, können alle von Small Talk profitieren.

Als eindeutiger Hintergrund steht der Networking-Gedanke hierbei im Vordergrund. Ein paar Worte zu wechseln, dem Gegenüber ein Lächeln zu zeigen und mit einem schönen Wunsch das Gespräch zu beenden und seinen Weg zu gehen, ist leicht trainierbar und hat vielen Menschen nutzbringende Kontakte oder sogar neue berufliche Perspektiven ermöglicht.

Small Talk kann quasi überall trainiert werden, ob beim Friseur, im Bürgerbüro oder im Aufzug. Grundlegende Voraussetzung zum Small Talk ist der Mut, auf andere zuzugehen und mit Interesse an der anzusprechenden Person, ein Gespräch zu führen. Wie erleben Sie sich im Alltag? Sind Sie eher der ruhige Typ, der sich lieber am Buffet still bedient und sich einen Stehtisch weit ab vom Trubel sucht? Oder nutzen Sie die Gelegenheit am Fahrkartenautomat, um mit Anstehenden über Alltägliches, die Wetterlage oder die Bahnsituation zu plaudern. Ein kleines Gespräch kann Brücken bauen – ob das zwischen Ihnen und Ihren Vorgesetzten ist, mit  anderen Eltern in der Kinderkrippe oder bei sonstigen Gelegenheiten.

Mit einem freundlichen, aufgeschlossenen Wesen und ein wenig Interesse an Ihrem Gesprächspartner lassen sich nette Worte wechseln. So vergeht die Wartezeit an der Supermarktkasse ebenso rasch, wie die Mittagspause auf einem Kongress. Und mit einer ausgetauschten Visitenkarte ist möglicherweise schon der nächste Geschäftskontakt anberaumt.

Wolfgang M. Ullmann

Wenn Sie mehr rund um das Thema Small Talk wissen möchten, informieren Sie sich unter www.wolfgangullmann.de.

 

 

 

Erfolg – was verbirgt sich dahinter? Artikel vom 22.07.2008

 

Erfolgreich sein gilt allgemein als erstrebenswertes Ziel. Nur zu oft habe ich schon gehört, wie über einen so genannt erfolgreichen Menschen gesagt wurde, sie oder er habe es zu etwas gebracht.

„Zu etwas bringen“ – die Aussage finde ich interessant. Dahinter verbirgt sich, dass ich mich aufgemacht habe, um etwas zu bewegen. Ich sitze nicht tatenlos herum oder betreibe Dienst nach Vorschrift, konsumiere nach Belieben, während ich auf der Couch sitze.

Ausgehend vor diesem Hintergrund ist es leicht nachzuvollziehen, weshalb herausragende Persönlichkeiten in Politik und Wirtschaft sieben Tage die Woche arbeiten und gewohnt sind, Freizeiten knapp zu halten.

Und wir werden über solche Personen einstimmig sagen, wenn wir von Ihnen in der Zeitung lesen oder in den Nachrichten hören, ja – die haben es zu etwas gebracht und sind erfolgreich.

Was verstehen Sie persönlich unter Erfolg? Messen Sie Erfolg an der Schnelligkeit Ihres beruflichen Aufstiegs oder ist die monetäre Entlohnung Ihrer Tätigkeit ein Gradmesser, an dem Sie sich als erfolgreich einschätzen?

Ich setze Erfolg mit Glück gleich und blende dabei alle weiteren Faktoren aus. Vielleicht kann ich glücklich sein, wenn ich die Hände in den Schoß lege; aber seien wir ehrlich, wem von uns fliegt das Glück zu, ohne etwas dafür zu tun?

Wenn wir diesen Gedankengang weiterverfolgen, stellen wir fest, dass wir durch unser Agieren im Berufs- und Privatleben ständig Vielerlei voranbringen. Wir unterhalten Geschäftsbeziehungen, führen Dialoge und handeln wie es uns richtig erscheint, um ein positives Arbeitsergebnis zu erhalten oder um unsere privaten Interessen zu verfolgen – einen Partner zu finden, eine Familie zu gründen etc.

Bin ich erfolgreich, wenn ich es geschafft habe, an der Spitze eines namhaften Unternehmens zu stehen oder wenn ich mit meiner vierköpfigen Familie in einem Eigenheim sorglos leben kann?

Welche Definition von Erfolg Sie auch immer bevorzugen, überdenken Sie, ob Sie sich glücklich schätzen – nicht oberflächlich, sondern wirklich tief in Ihrem Innersten. Wenn Sie dieses Glück verspüren, dann werden allgemeine Anschauungen, was unter Erfolg zu verstehen ist, für Sie absolut nebensächlich und Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene Lebenssituation, ohne irgendeinen Druck von außen.

Entdecken Sie Ihren persönlichen Erfolg, finden Sie heraus, was Sie glücklich werden lässt und wofür es sich zukünftig auch lohnt, es zu etwas zu bringen.

Wolfgang M. Ullmann

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Einfach ist oft besser! Artikel vom 21.05.2008

 

Unsere Sprache verrät sehr viel von uns und unserer Persönlichkeit. Relativ rasch lässt sich erkennen, woher die sprechende Person stammt, sie gebürtig ist, welche Bildung sie genossen hat und in welchem Beruf sie tätig ist.

Wir werden von Geburt an von vielen – in diesem Zusammenhang sprachlichen Kontexten – sozialisiert und enkulturiert. Wir lernen die Sprache der nächsten Bezugspersonen und wenden sie an. Wir vergleichen sie mit der anderer Personen, sei es von ErzieherInnen oder Gleichaltrigen im Kindergarten, oder weiteren familiennahen Bekannten und fügen Sie unserem Sprachgebrauch hinzu.

Unser Bildungsweg vermittelt uns bereits in der Schullaufbahn ein entsprechendes sprachliches Niveau, vorausgesetzt, wir möchten uns damit auch identifizieren und fühlen uns wohl. Die Berufsausbildung versetzt uns tiefer in eine sprachliche Spezialisierung und umgibt uns mit den Begrifflichkeiten und dem Sprachumgang, den wir tagtäglich zu benutzen haben, um uns in diesem Kontext zurecht zu finden.

Wer erkannt hat, auf welchem Niveau er zu kommunizieren hat, um in einem entsprechenden Umfeld positiv oder gar herausragend wahrgenommen zu werden, wird sich ein adäquates Vokabular und einen bestehenden Sprachgebrauch aneignen.
Somit kommen wir bald an einen Punkt, an dem es sehr schnell zu viel wird.

Aus manchen Meetings gehe ich sehr genervt heraus, vor allem dann, wenn normale Sachverhalte auf ein Vielfaches aufgeblasen werden. So fragt man sich, ob es denn sein muss, dass in nur einem Statement gleich vier Anglizismen untergebracht werden müssen. Gehören Sie auch zu dieser jungen dynamischen Generation, die von ihrer deutschen Muttersprache nicht mehr überzeugt ist? Es hat den Anschein, als könnte die deutsche Sprache die globalen Alltagszusammenhänge eines mittelständischen Unternehmens nicht mehr befriedigend beschreiben.

Nun gut, es mag bewundernd anheimeln, wenn die Kollegin oder der Kollege so wortgewandt und scheinbar ganz nebenbei verwendend, von Businessmeetings, perfect locations, horrable Mondays, Stakeholder parties oder irgendwelchen notwenigen product relaunches erzählen. Sicherlich könnte man sagen, dies erwecke den Eindruck von Selbstsicherheit und Fachkompetenz.

Aber ganz ehrlich, warum sollten wir unsere deutsche Sprache derart verunglimpfen? Warum sprechen wir in dem oben genannten Fall nicht lieber gleich in Englisch, because English is our preferred language oder sprechen in deutsch und machen es allen und uns selbst einfacher in einen stressigen Arbeitsalltag.

Wohin soll sich diese Anglizismen-Fremdsprachen-Spirale weiter drehen oder welche Begrifflichkeiten wollen wir überdies weiter ins Deutsche adoptieren?

Aus einer solchen Spirale können wir ausbrechen, in dem wir es uns einfacher machen. Wir tragen so dazu bei, klare Aussagen zu formulieren und auf Anhieb von unseren Mitmenschen verstanden zu werden. Außerdem wäre es zu tiefst bedauerlich, wenn die Farbe der deutschen Sprache mit ihren so mannigfachen Ausdrucksmöglichkeiten immer mehr verblassen würde. Heute hört man oft nur noch, dass alles geil sei – ob das denn wirklich so ist, wie oft angepriesen, sei hier einmal dahin gestellt – aber machen wir uns die Mühe, einen Sachbestand feinfühliger und emotionsreicher zu beschreiben. Und wir werden uns wundern, wie viele Adjektive es gibt, um geil in seiner Monopolstellung abzulösen. Dann entdecken wir den Reiz und die scheinbare Einfachheit der deutschen Sprache auf eine ganz neue und farbenfrohe Weise. Viel Freude beim Ausprobieren …

Wolfgang M. Ullmann

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Warum sollte ich authentisch sein? Artikel vom 01.05.2008

 

Um diese Frage zu beantworten, könnte ich zunächst in die Fragen-Trickkiste greifen und entsprechend antworten: Weshalb sollten Sie es denn nicht sein?

Oftmals wird der Begriff „Authentizität“ negativ belegt. Viele haben die Befürchtung, sie könnten, wenn Sie ihr – überspitzt formuliert – wahres Gesicht zeigen könnten, in ihrer Persönlichkeit oder ihrem Businesshabitus entlarvt werden; sowohl im negativen als auch positiven Sinne. Einerseits möchte ich meinem Gesprächspartner nicht zu viel von mir verraten, andererseits möchte ich meine Strategie preisgeben.

Das führt dazu, dass wir einer Schar von Pokerfaces begegnen, die zwar betont freundlich und kooperativ wirkt, aber sich zu keinem Zeitpunkt in die Karten schauen lässt und kalt-unnahbar wirkt. Die nächste Karte kann so in jedem Moment ausgespielt werden und die Gesprächssituation auf den Kopf stellen.

Wir leben folglich in einer Welt von Maskenträgern. Ursprünglich stammen diese Masken von den altgriechischen Schauspielern, die – so frei und in der Rolle einer anderen Person – vor dem Publikum agieren und spielen konnten.

Wie viel von diesem Maskentragen finden wir heute bei uns und bei anderen? Welches Maß sollten wir ausleben, welches nicht überstrapazieren?

Authentizität setzt dort ein, wo Ich mich aus der Masse der Maskenträger heraushebe, oder anders gesagt, herausheben möchte.
Das Charisma einer Person entfaltet sich zu dem Zeitpunkt, an dem sie zeigt, was sie in der Vielzahl ihrer gesellschaftlichen Rollen ausmacht. Wenn Ich authentisch agiere, teile ich unverfälschte, eindeutige Informationen mit. Das bedeutet aber nicht, dass diese Person zum Spielball des Verhandlungspartners wird.

Authentisch sein – dies veranschaulicht die Individualität und die Einzigartigkeit der jeweiligen Person. Wenn Sie mögen gebrauchen Sie die Metapher – der Maske Leben einhauchen; zu verstehen in dem Sinn, genau das zu zeigen, um sich als Person ganzheitlich zu repräsentieren, mit dem Maß an Privatem, das jedem für sich zu eigen ist.

Authentisch leben und arbeiten gilt als große Chance, positiv und erfolgreich aufzutreten, gepaart mit einem Prozess des Lernens und Erfahrens. Authentizität kann so eine der wesentlichen Schlüsselfaktoren in der Summe der Sozialkompetenz sein.

Wolfgang M. Ullmann

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Imagination als Schlüsselkompetenz - Artikel vom 14.04.2008

 

Der Coach, wie man ihn zuvor nur aus dem Sportbereich kannte, wurde längst in den Alltag überführt. Somit spielt es keine Rolle mehr, in welchen Bereichen sich die Coaches wiederfinden, ob im beruflichen oder dem damit verbundenen privaten Leben mit seinen permanenten Anforderungen.

Der Coach an der Seite seines Klienten kann in seiner Rolle der beratenden Führung auf eine Neuerung des eingefahrenen Blickwinkels abzielen.

Haben Sie sich schon einmal spontan auf den Boden gelegt und die Umgebung von der Froschperspektive aus betrachtet?

Wenn nicht, dann tun Sie das einmal! Plötzlich wirkt der Raum in einer unvorhergesehen Weise. Möbel werden zu Hindernissen, die einem die Sicht versperren und der längst verloren geglaubte Kugelschreiber liegt wie selbstverständlich unter dem Sessel.

Was haben sie gemacht?

Sie haben einen Perspektivenwechsel vorgenommen und den bekannt geglaubten Raum in einem neuartigen Zusammenhang gesehen und gefühlt.

Kamen Sie in einer Verhandlung mit einem Geschäftspartner auch schon einmal nur zögerlich voran oder mussten Sie die Gespräche vorzeitig ohne befriedigenden Abschluss beenden?

Natürlich konnte man mit diesem engstirnigen Partner zu keiner Einigung kommen! Oder lag es vielleicht doch eher an Ihnen, an der Art wie Sie kommunizieren, nach welchen Gesichtspunkten Sie argumentieren?

In der Propagierung des lebenslangen Lernens erscheint es nur logisch, seine sozialen Fähigkeiten einem ständigen Weiterbildungsprozess zu unterziehen, um der gegenwärtigen starken Konkurrenz gewachsen sein zu können.
 
Die Begleitung durch einen Coach bleibt dabei aber nicht nur auf den Businessalltag beschränkt. Das Zusammenleben in Partnerschaft und Familie gerät nicht selten zum Hochseilakt, wenn gesprochene Botschaften falsch verstanden werden oder die Fähigkeiten fehlen, aus Konflikten fruchtbare Erträge zu erzielen.

Als eine besondere Schlüsselkompetenz kann man die Kunst der Imagination ansehen. Die Vorstellungskraft, mit deren Hilfe man z. B. seine eigene Person mit seinen bekannten Eigenheiten aufschlüsseln und sie mit ihrer Wirkung auf Gesprächspartner interpretieren und Schlussfolgerungen daraus ziehen kann.

Somit erleichtert ein Perspektivenwechsel das gegenseitige Verständnis und kann dazu beitragen, sich selbst und seine Wirkung wie auch seinen Gegenüber in der Weise zu verstehen, wie der Gesprächspartner es ursprünglich auch gemeint hat.

Das so genannte Aus-Sich-Heraustreten, um das eigene Agieren von außen zu beobachten, mag zu interessanten Erkenntnissen führen, die befähigen, nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen besser verstehen zu lernen. Somit liefert Imagination ihren Beitrag zu einem gegenseitigen Verständnis und dem gewinnbringenden Verhandeln und Kooperieren, und leistet seinen Beitrag zur Bereicherung des persönlichen Kompetenzinventars.

Wolfgang M. Ullmann

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